Mercedes MB.DRIVE ASSIST PRO: Punkt-zu-Punkt-Assistent kommt nach Deutschland
Stand: 30.10.2026
Kurz gesagt: Mercedes will ab Ende 2026 ausgewählten Kunden in Stuttgart und München einen Assistenten freischalten, der auf der ganzen Navigationsroute lenkt, bremst und beschleunigt, auch in der Stadt [1]. Bestellbar sein soll er laut Mercedes ab dem ersten Halbjahr 2027 [1]. Es bleibt ein System der Stufe 2: Du musst immer aufpassen und bist jederzeit verantwortlich [1]. Offen: Welche Hardware dein Auto dafür braucht, nennt Mercedes noch nicht.
Was das System kann
Mercedes nennt das System MB.DRIVE ASSIST PRO [1]. Laut Mercedes unterstützt es dich auf der gesamten Route, die du in der Navigation eingegeben hast: beim Verlassen der Autobahn, beim Einfädeln und beim Spurwechsel, beim Abbiegen an Kreuzungen sowie beim Bremsen und Anfahren an Ampeln [1]. Eingeschaltet wird es bei aktiver Navigation mit einer Taste am Lenkrad [1].
Die Hände bleiben am Lenkrad. Mercedes beschreibt das als gemeinsames Lenken: Du kannst jederzeit mitlenken, ohne dass sich das System abschaltet [1][2].
Stufe 2, nicht Stufe 3
MB.DRIVE ASSIST PRO ist ein System für teilautomatisiertes Fahren nach SAE-Stufe 2 [1]. Du musst ständig aufmerksam sein und bleibst verantwortlich [1]. Mercedes in den USA ordnet die MB.DRIVE-Funktionen, die auf seiner Seite genannt sind, ausdrücklich Stufe 2 zu [3]. Was die Stufen bedeuten, erklären wir in Level 0 bis 5.
Damit ist es etwas anderes als der DRIVE PILOT von Mercedes. Der ist ein System der Stufe 3 [4]. Das KBA hat ihn für bis zu 95 km/h auf der Autobahn genehmigt, auf der rechten Spur hinter einem vorausfahrenden Fahrzeug, in S-Klasse und EQS [4]. Dort darfst du dich auch anderen Dingen widmen, musst aber übernehmen, wenn das Auto dich auffordert [4]. Einem Medienbericht zufolge bietet Mercedes den DRIVE PILOT seit der Modellpflege der S-Klasse nicht mehr an [5]. Demnach hatte Mercedes auch angekündigt, ihn mit der Modellpflege des EQS nicht mehr anzubieten [5]. In der Mercedes-Mitteilung zum neuen EQS kommt DRIVE PILOT nicht vor, genannt werden dort MB.DRIVE und MB.DRIVE ASSIST [6]. Offen: Ob der neue EQS DRIVE PILOT hat, ist nicht bestätigt.
| MB.DRIVE ASSIST PRO | DRIVE PILOT | |
|---|---|---|
| Stufe | 2 [1] | 3 [4] |
| Wo | auf der ganzen Navigationsroute, auch in der Stadt [1] | Autobahn, bis 95 km/h [4] |
| Blick weg? | nein, du musst ständig aufpassen [1] | ja, innerhalb der Grenzen des Systems [4] |
| Preis/Angebot in Deutschland | noch nicht bekannt [1] | S-Klasse: einem Medienbericht zufolge nicht mehr angeboten; neuer EQS: Wegfall demnach angekündigt, offen [5][6] |
Wann und wo es kommt
- Deutschland: Ab Ende 2026 bekommen ausgewählte Kunden in Stuttgart und München einen frühen Zugang [1]. Mercedes schreibt sie einzeln an und spielt das System per Software-Update aufs Auto, sofern es die passende Hardware hat [1]. Bestellbar ist es ab dem ersten Halbjahr 2027 [1]. Mercedes sieht sich als ersten Hersteller mit einem solchen System in Deutschland [1].
- Autos, die schon unterwegs sind: Autos mit passender Hardware sollen das System per Software-Update bekommen [1]. Offen: Welche Hardware oder Ausstattung du dafür brauchst, nennt Mercedes nicht.
- Andere EU-Länder: Mercedes schreibt, das System könne künftig in allen EU-Märkten eingeführt werden, ohne dass es eine weitere Genehmigung braucht [1]. Termine nennt Mercedes nicht.
- China: Dort gibt es das System seit Ende 2025 [2].
- USA: Unsicher. Im Januar kündigte Mercedes den Start für später im Jahr an [2]. Im Oktober schrieb Mercedes, das System gebe es schon in China und den USA [1]. Auf der US-Seite von Mercedes steht am 30.10.2026 aber noch „Coming soon“ [3].
Technik
Das System nutzt 27 Sensoren: 10 Kameras, 5 Radare und 12 Ultraschallsensoren [1]. Im Januar sprach Mercedes noch von etwa 30 Sensoren [2]. Entwicklungspartner ist NVIDIA, Grundlage ist das Mercedes-Betriebssystem MB.OS [1]. Bei der Rechenleistung nennt Mercedes unterschiedliche Werte: mal bis zu 254 TOPS (Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) [1][7], mal bis zu 508 TOPS [2]. Unsicher: Welche Zahl stimmt, ist offen. Die MB.DRIVE-Assistenzsysteme kamen zuerst im neuen elektrischen CLA [2][3].
Zulassung
Mercedes schreibt, das System sei so entwickelt, dass es die Anforderungen der überarbeiteten UN-Regelung R171 erfüllt [1]. Deshalb könnte es nach Einschätzung von Mercedes künftig ohne weitere Genehmigung in allen EU-Märkten kommen [1]. Tesla braucht für TAD dagegen ein eigenes EU-Verfahren für neue Technik [8][9]. Wie das läuft, erklären wir in Nach dem TAD-Votum.
Offen: Ob für MB.DRIVE ASSIST PRO schon eine Genehmigung vorliegt und welche Behörde sie erteilt hat, nennt Mercedes nicht. Eine Mitteilung von KBA oder Bundesverkehrsministerium dazu haben wir nicht gefunden.
Was es kostet
Für Deutschland nennt Mercedes noch keinen Preis und keine Modellliste. Details sollen vor dem Marktstart folgen. Geplant ist ein kostenloser Probemonat über den Mercedes-Benz Store [1]. In den USA soll das System einem Bericht zufolge 3.950 US-Dollar für drei Jahre kosten [10].
Offen (Stand 30.10.2026):
- Preis in Deutschland
- welche Modelle es in Deutschland bekommen
- welche Hardware du brauchst
- ob es schon eine Genehmigung gibt und von welcher Behörde
Quellen
Alle Links haben wir am 30.10.2026 aufgerufen und geprüft. Wo eine Quelle einen eigenen Stand nennt, steht er im Text.
- Mercedes-Benz Group, „Mercedes-Benz first to bring point-to-point driving to Germany“, 21.10.2026, abgerufen am 30.10.2026 ↩
- Mercedes-Benz Group, „MB.DRIVE ASSIST PRO: Navigation and driving assistance merge“, 07.01.2026, abgerufen am 30.10.2026 ↩
- Mercedes-Benz USA, Driver Assistance Features, abgerufen am 30.10.2026 ↩
- Mercedes-Benz Group, DRIVE PILOT 95 km/h, Mitteilung vom 17.12.2024, abgerufen am 30.10.2026 ↩
- ComputerBase, „Neue S-Klasse: Drive Pilot mit Level 3 wird vorerst nicht mehr angeboten“, 02.02.2026, abgerufen am 30.10.2026 ↩
- Mercedes-Benz Media, „Der neue EQS: Weiter denken, weiter fahren“, 13.04.2026, abgerufen am 30.10.2026 ↩
- Mercedes-Benz Media, „Photo and video material of MB.DRIVE ASSIST PRO in the U.S.“, 05.01.2026, abgerufen am 30.10.2026 ↩
- Verordnung (EU) 2018/858, Art. 39, EUR-Lex, abgerufen am 30.10.2026. Artikeltext auch unter junoda.de ↩
- RDW, Toelichting RDW op Europese typegoedkeuring Tesla met voorlopige geldigheid in Nederland, 10.04.2026, abgerufen am 30.10.2026 ↩
- Reuters via MarketScreener, „Mercedes to offer autonomous driving tech for US city streets“, 05.01.2026, abgerufen am 30.10.2026 ↩
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